The spirit never dies - Ein unvergessener großer Arzt

Belding Scribner (18. Januar 1921 in Chicago - 19.Juni 2003 in Seattle)

Belding Scribner entwickelte erstmals 1960 an der Washingtoner Universiät in Seattle den nach seinem Namen genannten Shunt, die Schnittstelle vom Blutgefäßsystem des Patienten zur Künstlichen Dialyse (Hämodialyse).
Schon 1945 hatte W. E. Quinton die Idee eines permantenten Gefäßanschluss, aber diese Idee bereitet viele Probleme.

Bevor Dr. Scribner 1960 erstmals Nierenpatienten mit terminaler Niereninsuffiziens über seinen weiterentwickelten Scribner Shunt längerfristig dialysieren konnte, verstarben die Nierenpatienten im chronischen Stadium der Niereninsuffizienz. Entweder die Nieren nahmen ihre Funktion nach wenigen Dialysebehandlungen wieder auf, oder die Patienten mussten sterben. Man konnte keine Dialyse mehr durchführen, weil man bis dato noch keinen Gefäßzugang zur Verfügung hatte, um längerfristig die Blutwäsche durchführen zu können. Die Glaskanülen, die in die Ader und in die Vene jedes Mal zur Dialyse eingeschoben werden mussten, zerstörten unwiderruflich die Blutgefäße des Dialysepatienten. Scribner: "Für die Ärzte war es ein "Entweder die Niere fing wieder an zu arbeiten oder ihr Patient musste sterben."

Der Scribner Shunt bestand aus Teflon und wurde an die Artherie und Vene,überwiegend oberhalb des Handgelenks angeschlossen und nach außen verlegt. So mußten zur Dialysebehandlung nur noch die beiden Schenkeln auseinander gezogen werden und man hatte einen arteriellen und venösen Anschluss.

Teflon-Shunt nach B. Scribner

Durch den Teflon Shunt von Dr. Scribner konnte nun erstmals Langzeitdialysen für niereninsuffizienten Menschen angeboten werden. In Seattle hat alles begonnen, sagte Scribner in einem Interview. Einer seiner Kollegen sagte: "Sein Teflon-Shunt ist eines der größten medizinischen Entwicklung um Menschen mit Nierenproblemen ein weiteres Leben zu ermöglichen". "That shunt changed everything," ("Durch den Shunt änderte sich alles")

!962 eröffnete Scribner in Seattle die erste ambulante Hämodialysestation der Welt (Northwest Kidney Center). Dank seinem neu entwickeltem Shunt stand die Hämodialyse für jeden akut- oder chronisch-nierenkranken Patienten verfügbar. Nun wußte man, dass die schwer nierenkranken Menschen über den Scribner Shunt für längere Zeit dialysiert werden konnten.
Dr. Scribner hatte damals in Seattle seinen Vorzeigepatienten Clyde Shields durch die damalige Dialysebehandlung über den Scribner Shunt und später über die Cimino Fistel 11 Jahre Leben schenken können.

Belding Scribner wurde für seine Leistungen 2002 in New York mit dem begehrten Albert Lasker Award for Clinical Medical Research ausgezeichnet.

Albert Laasker Award

DerAlbert Lasker Award Empfänger erhält jeweils ein Honorar, ein Zitat der Hervorhebung seiner Leistung und eine Inschrift in die Statuette der inged Victory of Samothrake, dem traditionellen Symbol der Albert und Mary Lasker-Stiftung. Dieser Award ist für besondere Verdienste für die Menschheit über Sieg von Behinderung, Krankheit und Tod. Die Lasker-Preise, zum ersten Mal im Jahre 1946 vergeben, wird von der Albert & Mary Lasker-Stiftung ausgehändigt.

Eine vollständige Liste der Albert Lasker Award Empfänger und Beschreibung der Stiftung kann man im Internet nachlesen.

Leider verstarb Belding Scribner im Alter von 82 Jahren. Man fand seine Leiche im Wasser in der Nähe seines Hausboots am Portage Bay in Seattle. Offenbar verlor er das Gleichgewicht, stürzte ins Wasser und ertrank.

Thomas Lehn
WWW.DIALYSESHUNT.COM